It is not about what you want, but what you need.

Da wir ein bisschen hinterherhaengen, habe ich euch mal die Daten, an denen wir die Texte geschrieben haben eingefuegt 🙂

11.12.2014

Wir haben Guildford verlassen. Allerdings nicht ohne vorher noch ein Erinnerungsfoto mit Steffi und Lukas zu schießen. Da hat sich der Fernauslöser schon bewährt 😉

Deutsche unter sich

Die Fahrt nach Gosford gestaltete sich recht ereignislos. Wenn man von den vereinzelten wirklich schönen Blicken über die Landschaft absieht. Soweit wir orientiert sind, befinden wir uns aktuell im Randbereich der Blue Mountains. Diese erinnern uns in ihrer Topographie sehr an das Vogtland. Aber natürlich ist die Vegetation usw. eine ganz andere. Wie wir noch im Zug durch unseren Reiseführer herausgefunden haben, ist Gosford eine für die Umgebung recht große und wichtige Stadt. Am Bahnhof hat uns eine strahlende Gerty empfangen und im Auto zunächst mit ihrer Tochter Rhawyn bekannt gemacht. Diese lernt gerade Autofahren, hat uns aber schon sehr souverän durch Gosford kutschiert. Lustig zu beobachten: es ist doch überall das gleiche, wenn Mama daneben sitzt und auf die Tochter einredet und diese daraufhin im „leicht“ genervten Ton einer 17jährigen zurückschießt…herrlich!

Zunächst hieß es Einkaufen. Gerty hat keine Lust, sich ins Weihnachtseinkaufgetümmel, das hier nicht besser als in Deutschland zu sein scheint, zu stürzen und außerdem ist der Weg in die Stadt recht weit. Daher kauft sie vieles auf Vorrat und friert es ein. So zum Beispiel die Milch, die wird nämlich – wie eigentlich alles hier – durch das Klima auch viel schneller schlecht.

Nachdem wir Rhawyn, die gerade ausgezogen ist, abgesetzt hatten, fuhren wir aus der Stadt nach Mangrove Mountain. Bereits auf der Fahrt hatten wir unglaublich viel Spaß mit Gerty. Sie erzählte uns, dass sie aus Neuseeland stammt und eine waschechte Maori ist. Außerdem erfuhren wir, dass ihr Mann Robin aus Wales stammt; sie mal eine Milchkuh hatten, die aber leider von einer Schlange gebissen wurde und gestorben ist und auch, dass sie jetzt zwei … nein eine Kuh haben. Die 2. Kuh liegt seit ca. 2 Wochen im Gefrierschrank 😀 Und ein paar Stories über ihren Sohn Rhys hat sie auch zum Besten gegeben. Außerdem sind die Williams bereits alte Hasen im WWOOFing. Sie machen das jetzt schon seit 17 Jahren!

19.12.2014

Die Tage auf Yallambee – wie die Farm der Williams‘ heißt – waren arbeitsreich. Wir hatten ehrlich gesagt keine große Lust an unserem Blog zu schreiben. Lieber haben wir die sonnigen Tage zum Schwimmen in dem riesigen und extra für uns aufbereiteten Pool genutzt und uns abends viel mit Gerty und Robin unterhalten. Am ersten Tag kam Robin zu uns und meinte: „The Pool has just 29°C – pretty cold today.“ Wer Clemens kennt weiß spätestens jetzt, wie der sich auf das Wasser gefreut hat. Außerdem beginnt der Tag auf der Farm früh und endet entsprechend früh. Meistens lagen wir um spätestens halb 10 erschlagen im Bett, manchmal auch schon um 8 Uhr. Das fiel uns aufgrund der Unterbringung im eigenen Cottage natürlich noch viel leichter.

Unsere Hauptaufgabe lässt sich leicht erklären. Da die Knoblauchernte bereits abgeschlossen war, als wir ankamen, hieß es Ordnung machen um für die Weihnachtstage Freiraum zu schaffen. Also haben wir auf den Blumenbeten Unkraut gejätet was das Zeug hält. Denn auf Yallambee werden neben Knoblauch auch Blumen gezogen. Diese werden, ebenso wie Eier und Honig, von Gerty auf den 2mal wöchentlich in Sydney stattfindenden Märkten verkauft.

Neben dem Unkrautjäten gab es für uns noch verschiedene andere Aufgaben, mit denen Gerty und Robin wohl vor allem versucht haben, den Tag etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Wir haben Knoblauch sortiert und eingelagert (dabei durfte Clemens auch mal hinten auf der Ladefläche des kleinen Traktors mitfahren), Zaun gebaut, Hühnereier gesammelt und Autos gewaschen. Eine besonders … interessante Aufgabe war das Blumen pflücken. Jeden Donnerstag pflückt Gerty die Blumen, die sie am Samstag und Sonntag verkaufen will. Da sich dafür jedoch nur die noch geschlossenen Blumen eignen, war es unsere Aufgabe alle Blumen mit bereits geöffneten Blüten zu pflücken, oder besser diese in ihrer vollen Pracht aus dem Boden zu reißen. Denn, wie Gerty sagte: „Those don’t make money, so for me they are rubbish.”

Bei unseren Aufgaben hat uns sehr oft Winston begleitet. Während der Fahrt von Gosford auf die Host-Farm hatte uns Gerty gebeten, mit dem kleinen Welpen („little puppy“) nicht zu sehr anzubandeln und ihn eher links liegen zu lassen, da sie ihn zum Wachhund erziehen wollen. Daraufhin hatten wir im Kopf, dass uns ein winziges, tapsiges Fellknäuel begrüßen würde. Stattdessen stellte sich heraus, dass Winston ein einjähriger bereits ausgewachsener sabbernder und verdammt kräftiger Hund ist. Er war den ganzen Tag auf dem Grundstück unterwegs, steckte seine Schnauze mal hier, mal dort rein, versuchte uns immer wieder zum Spielen zu animieren und rannte uns dabei auch gern mal über den Haufen oder schubste uns von unseren Unkrauteimern – auf denen saßen wir nämlich immer, um unsere Rücken und Knie zu schonen.

Die Tierwelt auf und um das Grundstück hat uns sehr fasziniert. Neben den Farmtieren (Enten, Gänse, Hühner, eine Kuh, Schweine, 2 Hunde) gab es einiges „Wildlife“ für uns zu entdecken. Gleich am ersten Morgen hatten wir das Glück von weitem ein Wallabee zu sehen. Außerdem ist der morgendliche „Birdfight“ zwischen Allfarbloris, Tauben, Königssittichen, Finken und Rosakakadus um das von Robin verteilte Futter zu erwähnen. Meistens gewannen erstaunlicherweise die verhältnismäßig kleinen Allfarbloris. Aber die Finken hatten noch eine extra Futterstelle und waren außerdem deutlich flinker als die verschiedenen Papageien. Wenn wir einmal bei interessanten Vögeln sind: Die Gänse werden gehalten, damit sie die Schlangen fernhalten – funktionieren also ein bisschen wie unsere heimischen, schneckenfressenden Enten. Hinzu kommen noch die Opossums, denen Robin abends immer Brot und Obst raus legte und die Maria dank ein wenig Geduld auch fotografieren konnte und eine Diamantpython. Zwar sahen wir keine der giftigen Schlangen von denen uns unsere Gastgeber sagten, es gebe sie in der Umgebung, allerdings erzählte uns Robin von der 2m langen Diamantpython, die im Dach lebe und die Ratten besser als jede Katze fernhalte. Alle 12 Monate seilt sie sich mal über einen Baum ab, um nach dem Rechten zu schauen und die WWOOFer zu erschrecken, nur um dann wieder auf das Dach zurückzukehren.

Tägliches Highlight war für uns natürlich das „organic food“ aus eigenem oder dem Anbau von Freunden. Egal ob Honig, Früchte, Gemüse oder Fleisch, alles war öko-bio-gesund 😉 Es gab an fast allen Abenden frisches Lamm oder Rind. Einen Tag hat Robin sogar damit verbracht das Lamm zu räuchern. Auch wir haben mal gekocht uns unser Fisch Florentini (Fisch-Spinat-Auflauf) kam wie immer super an.

Am Sonntag, unserem arbeitsfreien Tag, fuhr uns Gerty in den Australian Reptile Park, der nur etwa eine halbe Stunde von der Farm entfernt liegt. Der Besuch dort war ein ganz besonderes Erlebnis, wie man vielleicht unseren Bildern entnehmen kann – besonders das Melken der Sydney Trichternetzspinne, das unheimlich niedliche Wombat bzw. die Koalas (Clemens hat sich gefreut wie ein kleines Kind!) und das Streicheln der Kängurus. Weiter wollen wir auf diesen Tag nicht eingehen, sondern vielmehr die Bilder für sich sprechen lassen.

Leider mussten wir Yallambee verfrüht verlassen, da Clemens von Zahnschmerzen geplagt war. Glücklicherweise haben uns unsere Gastgeber eine hervorragende Zahnarztpraxis empfohlen, die auf einem bemerkenswert modernen technischen Stand war und deren Zahnärztin und Schwestern ausgesprochen nett und kompetent waren. So hat Clemens den unangenehmen Aufenthalt erstaunlich gut überlebt und konnte seine (leichte) Panik überwinden. Falls also jemals ein Zahnarzt in Australien von Nöten sein sollte, ist man bei Dr. Namita Gupta in Gosford hervorragend aufgehoben und genießt während der Behandlung bestes Hollywood-Entertainment Programm 😉 Damit unsere Hosts uns nicht an einem Tag zum Zahnarzt und am anderen zum Zug fahren mussten, beschlossen wir, in Gosford noch eine Nacht im Hotel zu verbringen.

So blieb uns nur noch Robins 50 Jahre alten, mit einem V12-Motor ausgestatteten Jaguar zu bewundern und Abschied zu nehmen von unserer wunderbaren ersten WWOOF-Farm, die wir nur jedem wärmstens empfehlen können.

Was wir hier gelernt haben: “It is not about what you want, but what you need.” – Gerty Williams

Advertisements

5 Gedanken zu “It is not about what you want, but what you need.

      1. Hi Maria, hi Clemens! Das neue Jahr ist schon wieder 6 Tage alt und ich komme endlich dazu, euren Block weiterzulesen. Spitze, was ihr inzwischen alles erlebt habt! Natürlich für euch am anderen Ende der Welt auch noch alles Liebe und Gute, weiterhin tolle Erlebnisse und nur nette Menschen, die euch auf eurem weiteren Weg durch Australien begegnen. Und danke natürlich vor allem für das „NARVA“-Foto! 🙂 Viele Grüße aus der alten Heimat und bis bald mal wieder! Heike

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s