Interkontinentale Beziehungen

… haben wir vom 29.12. bis zum 03.01. gepflegt. In Sydney haben wir Vany und Wella, die schon seit August in Australien unterwegs sind, und Julia, die aus Deutschland angereist ist, getroffen.

Am 29.12. sind wir in Rockdale, einem sehr zentrumsnahen Stadtteil Sydneys, angekommen und wurden gleich an der Funksprecheinrichtung der Türschließanlage unserer Unterkunft (Airbnb) mit einem deutschen „Hallo!“ begrüßt. Die anderen waren bereits eingezogen. Nach einer kurzen Inspektion der Wohnung verliehen wir dieser das Prädikat „Unterbringungstechnisch wertvoll“. Da sie in einem ungewöhnlich neuen, sauberen und modernen Zustand war. Es ließen sich alle notwendigen Dinge finden und uns stand neben einer großen Küche, auch eine Waschmaschine zu Verfügung, was bekanntlich jeden Backpacker kurzzeitig in den Himmel verfrachtet. UND! Es gab Nutella! Besonders begeistert haben uns darüber hinaus die riesigen Balkons zu beiden Seiten der Wohnung. Generell ist zur Unterbringung anzumerken, dass diese nach der „deutschen Invasion“ fest in unserer Hand war. Aber natürlich haben wir uns mit all den anderen Nationalitäten gut verstanden und da diese meist unterwegs waren, hatten sie auch kein Problem mit der Inbeschlagnahme der Küche und unseren ausgiebigen Mahlzeiten.

Am Abend des 29. unternahmen wir eine kleine Stadttour, um unserem Neuankömmling Julia die Stadt zu zeigen. Dabei arbeiteten wir die typischen Sehenswürdigkeiten Circular Quay, Opera House und den botanischen Garten ab. Da Julia aufgrund der langen Reise sehr müde war und der Himmel über Sydney sich typischer Weise am Abend schwarz färbte, machten wir uns gegen 18 Uhr auf den Heimweg, aßen zu Abend und gingen anschließend gestaffelt ins Bett.

Am nächsten Tag Stand unser Trip in die Blue Mountains an. Nachdem wir zwei Stunden im Zug Richtung Katoomba saßen, kauften wir für 75$ pro Person den „Lyrebird Pass“. Dieser beinhaltet ein Hop-on-Hop-off-Ticket und inkludiert die verschiedenen Attraktionen der Scenic World (Seilbahn, Zahnradbahn, Skyway und Dschungelrundweg). Das war gut für uns als Gruppe, da wir viele verschiedene Dinge in kurzer Zeit sehen konnten. Aber eigentlich ist der Pass vollkommen überteuert, denn zieht man von 75$ den Eintritt für die Scenic World in Höhe von 35$ ab, so kostet der Buspass allein 35$. Das ist unserer Meinung nach vollkommen unangemessen, da man mit dem normalen Personennahverkehr wesentlich günstiger fahren kann und viele Dinge für den Durchschschnittseuropäer zu erlaufen sind. Was wir darüber hinaus erneut festgestellt haben, ist, dass wir alle deutlich schneller laufen, als die Zeitangaben für die Wege vorgeben. Leider hatten wir wohl einen enorm überlaufenen Tag erwischt und man hatte sich gegen die vielen anderen Besucher durchzusetzen. Alles in allem sind die Blue Mountains aber wirklich schön und schimmern in der Sonne aufgrund des aufsteigenden Eukalyptusöls tatsächlich blau. Besonders gefallen haben uns aber die vielen Steinformationen und die Wasserfälle. Hier war Clemens in seinem Element. Er war stets hinter der Gruppe und man konnte die Kamera klacken hören – übrigens ein unglaublich tolles Geräusch: Danke an den Erfinder der Spiegelreflexkamera!

 

31.12. New Year‘s Eve – ein … faszinierender Tag 😉

  • 5:00 Uhr: Aufstehen
  • 6:30 Uhr: Ankunft an der Schlange im Park „The Domain“ an der NSW Art Gallery und relativ entspanntes Warten, da die Wiese bequem und die Temperaturen moderat waren.à Bilder!
  • 10:00 Uhr: Die Schlange gerät in Bewegung – Der Einlass hat begonnen.
  • 10:45 Uhr: Aufgrund der sehr guten Organisation befanden wir uns bereits eine Dreiviertelstunde nach Öffnung der Tore am Einlass. Die Männer haben uns die Taschen gegeben, sind vorneweg gerannt und haben einen wirklich schönen Platz gefunden.

 

Dann hieß es: WARTEN, und zwar 13 weitere lange Stunden. Wir haben dann auch die Mankos unseres Platzes herausgefunden, die da wären:

  1. Kein Schatten: daher haben wir unseren Platz in Schichten bewacht – man versucht ja schließlich das Hautkrebsrisiko sowie den Hitzschlag und den damit verbundenen Sonnenbrand zu minimieren. Mit „bewacht“ meinen wir übrigens „wie die Löwen verteidigt“. Es war wirklich unglaublich, wie rücksichtlos und dreist einige Menschen versucht haben, ein Stückchen Gras von der ungefähren Größe einer Briefmarke direkt neben uns zu nutzen, wobei keinerlei Rücksicht auf unser Hab und Gut genommen wurde. Somit landeten viele fremde Füße auf unserer Decke und den Rucksäcken.
  2. Steiler, harter Hang: so dass wir ständig nach unten und in den Rücken der vor uns Sitzenden gerutscht sind. In den nächsten Tagen hatten wir alle Muskelkater in den Waden und Oberschenkeln, da wir stets unsere Füße gegen den Untergrund gestützt haben, um eine unkontrollierte Rutschpartie zu vermeiden.

 

Bereits 21 Uhr gab es das erste kleine Feuerwerk, das „nur“ 6 Minuten dauerte. Um 0:00 Uhr war es dann endlich soweit: 12 Minuten Feuerwerk, nach fast 18 Stunden des Wartens

Resultat dieses Tages: 5-mal leichter Sonnenbrand, ein Hitzschlag, ziemlich viel Ärger auf einige Mitmenschen, eine wirklich gute Sicht auf das wunderschöne Feuerwerk, wunderbare Fotos, 3 Schaumstoffkronen, 2 Mini-Leuchtstäbe und die Erkenntnis, dass wir uns das nie wieder antun wollen. Die Männer haben aber bereits den Plan entwickelt, im Jahr 2017 Plätze im VIP-Bereich zu kaufen (ab 369$) oder gleich eine Yacht, um das Spektakel mal ganz in Ruhe, ohne Schweiß und Hitzschlag und in feinem Zwirn zu genießen…kann man ja mal machen 😉

 

Da wir erst gegen halb drei morgens im Bett waren und entsprechend lange schliefen, nutzten wir den nächsten Tag lediglich um mit der Fähre nach Manly zu fahren und dort am Strand zu faulenzen. Hierfür stießen unsere früheren Bekanntschaften Luise und Inga aus Deutschland wieder zu uns, da diese ebenfalls das Feuerwerk in Sydney angeschaut haben. Obwohl es voller war, als bei unseren vorherigen Besuchen, hatten wir wieder viel Platz und konnten die gigantischen Wellen genießen. Selbst Clemens hatte hier mal Respekt vor der unglaublichen Gewalt des Wassers.

Leider gestaltete sich der Abend nicht ganz so entspannt wie erhofft, da wir den Verlust einer Geldbörse verzeichnen mussten. Entsprechend hieß es dann erst mal suchen, Karten sperren und das Vorgehen für den nächsten Tag planen.

 

Der 02.01.2015 erwies sich dann nach einem erneut späten Start als wahre Bankodyssee  in Sydney. Während Vany und Wella ihre Probleme schnell klären konnten, mussten wir feststellen, dass die Karten für unsere neu eröffneten Konten schlicht und ergreifend nicht vorhanden waren. Entsprechend konnten wir sie natürlich auch nicht in der Filiale in der Stadt abholen und mussten nun herausfinden, wie wir sie stattdessen erhalten. Da die Mitarbeiterin in der Stadtfiliale – gelinde gesagt – ausgesprochen „unhilfreich“ war, wiesen wir sie lediglich an, Monique, bei der wir die Konten in der Niederlassung in Manly eröffnet hatten, zu kontaktieren, damit sie uns zurück ruft. Das sollte sie innerhalb von 45 Minuten (also bis 14:45 Uhr) tun.

Damit gaben wir uns zufrieden und brachen erneut nach Manly auf um dort in den Nationalpark zu gehen. Da es dann aber schließlich schon wieder 15:30 Uhr war und wir immer noch nichts von Monique gehört hatten, wurden wir ungeduldig. Wir mussten unsere Bankgeschäfte klären. Also rein in die Filiale, wo Clemens seinen Standpunkt mehr als deutlich gemacht hat, was die Angestellten dort wohl derart beeindruckt hat, das wir innerhalb von 10 Minuten unsere Karten bestellt hatten. Die zu unserem neuen Gastgeber geschickt werden sollen.

Den Abschluss des Tages und unserer gemeinsamen Zeit bildeten schließlich selbst gemachte Gefüllte Paprika und der Besuch eines neuen Cafés in unmittelbarer Nähe zu unserer Unterkunft. Dort hieß es: BYO (bring your own). Eine lustige Sache in Australien. Da die Lizenzen für den Alkoholausschank extrem teuer sind, verzichten viele Cafés, Restaurants etc. darauf, eine solche zu erwerben. Stattdessen erlauben sie ihren Gästen ihren eigenen Alkohol mitzubringen. Also genossen wir bei einer Flasche Rotwein, Frappés, Schokoladenpizza und einer Runde Kartenspiele unseren letzten gemeinsamen Abend.

Neueste Erkenntnisse:

 

Wir haben erst mal genug von Menschen und werden uns demzufolge vermutlich auf Steine als Gesellschafter verlegen.

Kakerlaken sind verdammt schnell, aber man kann sie mit Hilfe eines Lichtschwerts erlegen.

Laustarkes Fluchen ist in Australien wirklich ungewöhnlich und daher in gewissen Situationen durchaus hilfreich.

Wir mögen Fähren. Mööhhhp!

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Interkontinentale Beziehungen

  1. Endlich gibt es mal wieder neue Berichte eures Abenteuers zu lesen !! Toll !! ….aber….das ist doch nun schon wieder völlig überholt…, weil… jetzt sind schon weitere 4 Wochen rum und wir wollen die aktuellen Ereignisse haben !! Also bitte bitte, ihr zwei … WEITERSCHREIBEN !!!!

    Gefällt mir

  2. Hallo aus Zimmer 2.06. Ich sitze hier mit Kollegen Philipp Krüger und betrachte mir soeben die Abenteuer der ehemaligen deutschen BA-Studenten. Ganz großartige Bilder und bestimmt jede Menge Spaß sind darin zu vermuten.

    Wir wünschen weiterhin optimale Klimaanlegen sowie genügend Abenteuerlust.

    Viele Grüße

    Volker Rausch & Philipp Krüger

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s