Work, work, work in Melbourne

Asche auf unser Haupt …. Wir haben viel zu lange nicht gebloggt. Eigentlich würde nun zunächst Tassie Teil 3 anstehen, aber das muss nun warten, damit wir euch erst mal wieder auf Stand bringen können.

Nach unserer Rückkehr aus Tasmanien stand in Melbourne Job- und Unterkunftssuche auf dem Programm. Beides gestaltete sich schwierig. Bezüglich unserer Unterkunft haben wir zunächst vor allem dahingehend gehadert, wo wir uns „niederlassen“ wollen. Letztlich fiel die Wahl auf den Stadtteil Doncaster, da wir dort gut angebunden waren und außerdem recht schnell im lokalen Shoppingcenter Kontakte geknüpft hatten. Außerdem war unser AirBNB-Host Tony – gebürtiger Italiener – super nett und wir durften in ein komplett renoviertes Haus einziehen, welches wir zum größten Teil für uns allein hatten. Dieses war zwar anfangs noch nicht komplett eingerichtet und einige Dinge wie Kühlschrank, Essgeschirr, Herd und TV fehlten, diese wurden aber alle von ihm in der ersten Woche installiert und wann immer wir etwas vermissten, lag es am nächsten Tag für uns vor. Etwas ganz essentielles gab es jedoch – typisch italienisch – von Anfang an: eine richtige Espressomaschine J

Um Jobs zu suchen, hatten wir eigentlich vor allem daran gedacht, uns bei Vermittlungsagenturen anzumelden. Leider vermitteln diese jedoch nicht mehr wirklich Jobs, sondern wollen stattdessen, dass man sich in ihrem Forum registriert und dort selbst sucht. Bei einigen haben wir dies auch getan und parallel auf der Website seek.com nach allen verfügbaren Jobs gesucht. Leider jedoch ohne Erfolg. Jedes Mal, wenn dann doch ein Anruf kam, scheiterte es letztlich an unserem befristeten Visum.

Was uns schließlich doch eine Stelle finden ließ, war wohl einfach Glück. Bei einem Ausflug ins Shoppingcenter (immer auf der Suche nach „Job available“-Aushängen) fragten wir die Reinigungskräfte im Food Court, wo sie denn angestellt seien und ob sie wissen, wie man einen Job bekommen kann.  Die liebe Merssina aus Griechenland, die in der folgenden Zeit zu unserem liebsten Sonnenschein werden sollte, brachte uns gleich zu ihrer Chefin Mira, die uns wiederum eine Firma sagte, von der sie ihre Aushilfskräfte rekrutiert. So kamen wir also zu unserem ersten Gelderwerb in Australien. Ergänzend sorgte die liebe Merssina mittels ihrer Bekanntschaften dafür, dass Mia  in einem Café im Food Court aushelfen konnte.

Ab diesem Zeitpunkt waren unsere Tage mit Arbeit weitestgehend ausgefüllt. Daneben beschäftigten wir uns mit der Suche nach einem Auto.

Schon vor Beginn unserer großen Reise waren wir uns sicher, ein Auto kaufen zu wollen, um damit ganz unabhängig diesen riesigen Kontinent erkunden zu können. Und die Zeit, die wir bereits hier verbracht hatten, bekräftigte dieses Vorhaben.

So wälzten wir Stunde um Stunde Internetseiten, führten Telefonate mit Verkäufern, fuhren quer durch die Stadt zu Besichtigungen. Immer mit dabei: eine Liste mit besonders wichtigen Kontrollpunkten und ein Magnet um frühere Unfallschäden aufzuspüren. Wir fühlten vielen Autos auf den Zahn und hatten den ein oder anderen vielverspechenden Kandidaten. Doch letztlich blieb alles ohne Erfolg. Ende März hatten wir noch immer keinen fahrbaren Untersatz und wurden langsam nervös. Mias Mutti sollte Mitte April kommen und bis dahin wollten wir definitiv mobil sein. Also änderten wir erneut unsere Suchparameter. So fanden wir schließlich – quasi um die Ecke – unseren „Mitty“, wie wir ihn getauft haben. R6 Saugmotor, 214 PS, 13 Jahre alt und bereits knapp 250 000km – also 6,25 Erdumrundungen – auf dem Buckel; und in ziemlich gutem Zustand. Samt topaktuellem RWC (Roadworthy-Certificate – etwa das australische Pendant zum TÜV, das jedoch nur einzuholen ist, wenn das Auto verkauft, also umgemeldet wird) ging es endlich zur Meldestelle. Entsprechend unserer bisherigen Erfahrungen mit australischem Kundenservice hatten wir uns auf mindestens einen halben Tag in wenig ansprechender Amtsatmosphäre eingestellt. Die Erwartungen bezüglich der Atmosphäre wurden nicht enttäuscht, jedoch saßen wir nach knapp einer viertel Stunde (und mit ca. 200 AUD weniger auf dem Konto) schon wieder in unserem Mitty, der nun auch ganz offiziell UNSERER war.

Unsere neugewonnene Mobilität haben wir dann mit einer Landpartie gefeiert. Auf der Landkarte haben wir einfach die nächste, außerhalb der Stadt liegende grüne Fläche gesucht und sind dann dort hingefahren. Nach einer Stunde wandern und in der Sonne rumliegen ging es uns dann gleich viel besser.

Und so konnten wir dann auch ganz entspannt am Abend des 15. April zum Flughafen fahren um unseren Heimatbesuch abzuholen. Dieser kam wie erwartet vollkommen hektisch und fertig mit der Welt aus dem Gate und begrüßte uns. Nachdem wir Marias Mutter mit dem Gepäck geholfen hatten und ihr stolz den von uns ergatterten Gepäckwagen gezeigt haben (die kosten nämlich ziemlich viel), machten wir uns möglichst zügig auf den Weg zum Auto im Parkhaus, da auch die Preise für’s Parken unverschämt hoch sind (30$ für eine Stunde). Und dann passierte, wovor es uns gegraut hatte: Marias Mutter fiel auf, dass sie eines ihrer Handgepäckstücke vergessen hatte und wir liefen schleunigst wieder zurück in die Wartehalle. Dort erwartete uns…Julia, strahlend und mit dem ominösen Gepäckstück. Vollkommen überrumpelt und etwas überfordert mit der Situation fielen wir uns in die Arme und durschauten nach und nach den Streich, der uns gespielt wurde. Glücklich und beruhigt gingen wir erneut in Richtung Auto und verließen das Flughafengelände in Richtung Doncaster/ Coburg/ Heidelberg über den Highway M3. Zu Hause angekommen saßen wir noch eine Weile in der Küche bei einem Tee und quatschten, gingen dann aber auch nicht allzu spät ins Bett, da unsere beiden Gäste in den Tagesrhythmus kommen sollten.

Nachdem wir noch ein letztes Mal im Food Court des Shoppingcenters gearbeitet und uns in diesem Zuge auch gleich schweren Herzens von unseren liebgewonnenen Kollegen verabschiedet hatten, wurde das Auto gepackt und am Sonntag dem 19. April ging es dann endlich wieder los in den australischen Busch. Recht glücklich über unser großes Auto, welches, wie durch ein Wunder, 4 Personen inklusive gigantischem Gepäck fasste, steuerten wir unser nächstes Ziel, den Wilson Promontory National Park, an.

 

 – Ende – 

 

Halt Stop! Beim Korrekturlesen dises Blogbeitrages hat Clemens ganz richtig festgestellt, dass ich über einige wichtige Ereignisse unserer Zeit in Melbourne zu schreiben vergessen habe.

Also … wir haben natürlich nicht ausschließlich gearbeitet und Auto gesucht.

Wir haben auch wieder tolle Leute getroffen:

Wie Chris, den supernetten Couchsurfer bei dem wir unsere Campigausrüstung lagern durften. Mit ihm und Katrin aus der Nähe von Frankfurt trafen wir uns gleich am ersten Abend nachdem wir aus Tassie zurück waren zum Pinguine gucken an der Strandpromenade. Leider ist Katrin schon am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland geflogen, sodass wir nur wenig Gelegenheit zum quatschen hatten. Aber das holen wir nach. So langsam können wir mit unseren Kontakten ein Australienliebhabertreffen in Deutschland veranstalten 😉

Außerdem haben wir uns unsere erste Unterkunft in Box Hill mit Mirko und Marja aus Estland geteilt, die dann zufälligerweise ebenfalls eine Woche bei Tony gebucht hatten. Da haben wir mal wieder gemerkt wie klein die Welt ist.

Darüber hinaus hatten wir das Glück die White Night Melbourne miterleben zu können. Das war ein unglaubliches Spektakel. Die ganze Innenstadt war abgesperrt und Gebäude mit Lichtinstallationen versehen, die je nach Bereich zu einem bestimmten Thema gehörten. Wie das bei einer solchen Veranstaltung so ist, waren natürlich unglaublich viele Menschen da. Ein Paradies für Straßenmusiker/-Künstler, die zu Hauf anzutreffen waren und richtig Stimmung gemacht haben. Ein super Flair und damit genau nach unserem Geschmack, nur an manchen Stellen leider ein ziemliches Menschengedränge. Besonders der Rückweg nach Box Hill in der U-Bahn war alles andere als angenehm. Jedes Mal wenn wir dachten: „ Jetzt passt keiner mehr rein“ und uns gefreut haben, dass eine Person ausstieg, sind vier neue eingestiegen.

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